Thärichens Tentett Berlin

Pressezitate

Eine beeindruckend konzipierte Synthese aus druckvoller Bigband-Poesie und zärtlichem Kammer-Jazz. Grandios. Fabelhafte Arrangements – schillernde Miniaturen, deren Schönheit einen Meilenstein des aktuellen deutschen Jazz markiert.
Westdeutsche Allgemeine Zeitung
Geistreiche, überraschende Kompositionen. Lieder des Widerstandes gegen das ästhetisch Alltägliche. Ein Hörgenuss.
Süddeutsche Zeitung
In seinen besten Momenten glänzt Thärichens Tentett mit verschachtelten oder zirkulierenden Arrangements, subtilen bis entschlossenen Solos, überraschenden Wendungen und absichtsvollen Querschlägern. So changiert Thärichens Tentett wie wohl keine andere aktuelle Bigband elegant zwischen Affirmation und Überraschung, vertrauten Traditionen und gewitzten Ideen. Frankfurter Allgemeine Zeitung

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Die neue CD: „An Berliner Kinder“

Noch niemals war Nicolai Thärichen vorhersehbar oder gar berechenbar. Schon gar nicht, wenn es um seinen Klangkörper Thärichens Tentett geht. Mit dem fünften Album seit Gründung der Formation im Jahre 1999 pfeift er erneut genüsslich auf alle jazzpolizeilichen Anordnungen. Und treibt gar ungeheuerliche Dinge – denen er dann den Stempel „deutsches Jazzkunstlied“ aufdrückt.

Deutsche Texte im Jazzgewand? Gab es vereinzelt schon. Aber die schrägen Lautgedichte des Dadaisten Hugo Ball neben boshaften Versen von Joachim Ringelnatz? Dazu Bachs „Arie der Wollust“ und ein Sonett von Shakespeare? Und doch weder Kitsch-Alarm noch Impro-Geschrammel? Wer Thärichen und seine Band kennt, weiß auch, dass das Resultat weit entfernt bleibt von akademischem „Lyrik und Jazz“. Aber was denn nun?

Eine Ode an die Berliner Kinder, eine Verbeugung vor allen Zweiflern an einer ungebrochenen Ästethik, eine Liebeserklärung an die deutsche Sprache, genussvolle Verätzung derselben, und am Ende die Vereinigung von alldem mit Hilfe genau der Musik, die das auch meistern kann: dem Jazz.

Die Kompositionen Thärichens sind maßanzugssauber eingenäht, seine Musiker wissen aber allzu herzige Arrangements mit stürmischen Soli zu konterkarieren; und über alldem: die Stimme Michael Schiefels. Natürlich kennt man ihn als Deutschlands versiertesten und variabelsten Jazz-Sänger. Und doch gelingt es ihm erneut, sich selbst zu übertreffen. Von glockenheller Engelsstimme bis triefend höhnischer Herablassung – da erklingt ein Kosmos.

Die CD eröffnet mit einem Titel („Deutsch“), der den Zweifel voranstellt: Wenn ich Deutsch sing´ find ich´s komisch – der aber wird im weiteren Verlauf pulverisiert. Im folgenden Titelstück „An Berliner Kinder“ verflechtet Thärichen den sarkastischen Text Ringelnatz´ mit einer Komposition, die aus dem Gedicht ein Gesamtkunstwerk werden lässt. Auch in den weiteren Stücken der CD versteht es Thärichen, die Atmosphäre der Lyrik musikalisch zu verdichten, sei sie nun eher satirischer Natur („Der Schizophrene“/Hugo Ball), von einer tiefen Trauer durchsetzt („Abschied“ und „Totenklage“/Hugo Ball, „Aus“/Joachim Ringelnatz), oder mit viel Augenzwinkern angereichert („Genau besehen“ und „Ferngruß von Bett zu Bett“/Ringelnacht, „Seepferdchen und Flugfische“/Hugo Ball). Hier reiht sich eine deutsche Übersetzung von William Shakespeare´s Sonett Nr. 87 ein, einem (hoffnungslosen) Liebesgedicht. Und eine einmalige Version von Bachs Arie BWV 213, Nr. 3, in der es u.a. heißt „Schmecke die Lust Der lüsternen Brust“ (der Text wurde bei der Weiterverwendung der Arie im „Weihnachtsoratorium“ deutlich angepasst…). Eine immense Herausforderung für Schiefels Stimmorgan und für Thärichen´s Arrangierkunst! Beide meistern sie glänzend – fürwahr ein musikalisches Kleinod.

Besetzung:

Bandfoto Thärichens Tentett

Booking: Nicolai Thärichen
Label: Doublemoon